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5 Songs über und für unser mentales Wohlbefinden

Pink.Dot Redaketur*in Vic Atanasov hat euch fünf Tracks von Berlin-based FLINTA*-Künstler*innen zusammengestellt, die von Queerness, mentaler Gesundheit und Selbstakzeptanz erzählen. Jeder Song öffnet einen Raum zum Durchatmen, Reflektieren und Empowern – ob es um Selbstliebe, Traumabewältigung, Stolz oder den Umgang mit Verlust geht. Diese Playlist ist ein kleiner Soundtrack fürs mentale Wohlbefinden.

1. Dornika: Fatbulous
 

© Bild: Roni Lugassi

„These stretch marks are tiger stripes … I’m in love with my thick thick body“

Wenn ihr euch mal wieder im eigenen Körper und Kopf unwohl oder euch von gesellschaftlichen Normen erdrückt fühlt, erinnert euch Dornikas Song Fatbulous daran: Queere Körper und Vielfalt sind Stärke, und Selbstliebe ist ein Akt des mentalen und körperlichen Heilens.

Dornika ist eine gender-fluid iranisch-amerikanische Musikerin, Visual Artist und Drag Performerin. Ihr Werk verbindet queere Körperpolitik und Performance mit dem Thema mentaler Gesundheit – etwa darin, dass Körper, Erinnerung und Trauma musikalisch erforscht werden: „Singing has taught me the most because it’s so connected to memory, emotion and the way the body stores trauma.”

Dornikas Instagram

2. Eilis Frawley: Hallucinations
 

© Bild: Toni Petraschk

„I dont’t have the time to hold your mind. I see your suffering in bed for days. Don’t look if you’re frightened. It’s a hobby not a habit.“

Es ist okay, nicht immer die Last anderer Menschen mitzutragen. Mentale Gesundheit bedeutet auch, eigene Grenzen zu setzen, während wir das Leid unserer Lieben um uns nicht ausblenden – manchmal ein schmaler Grad. Hallucinations macht deutlich, dass  Selbstfürsorge wichtig ist – für Überleben, Widerstand und Heilung zugleich – und nicht mit Egoismus verwechselt werden sollte.

Die australischstämmige Schlagzeugerin und Musikerin Eilis Frawley verwebt eindringliches, unverblümtes Spoken Word mit krautigen Rhythmen. Dabei thematisiert sie soziale Ungerechtigkeiten, Feminismus und mentale Gesundheit. 

Eilis' Instagram

3. Aka Kelzz: Mango
 

© Bild: Mona Shani

„I’ve seen a new reality. Just like this sweet fruit can be. I am a new reality. Where you be looking just like me“ 

Mango ist ein Song über Selbstannahme, Schönheit und queere Befreiung – er gibt euch den Beat, eure Einzigartigkeit zu feiern, eure eigene Wahrheit mutig zu leben und Stolz auf das zu entwickeln, wer ihr seid. Queeres Empowern wird hier hörbar – nicht nur als gesellschaftlicher, sondern auch als persönlicher Akt, der euer Wohlbefinden stärkt.

Britische, Nicht-binäre, Schwarze, queere Künstler*in Aka Kelzz verschmilzt einzigartigen Sound aus Neo-Soul, Lo-Fi und Urban Pop mit jamaikanischer Herkunft. Mit gefühlvollen Melodien und einer samtigen Stimme regt Aka Kelzz zum Nachdenken über mentale Gesundheit, Traumabewältigung und Identität an. Aka Kellz findet, wir müssen über mentales Kranksein sprechen, weil wir viel zu oft vortäuschen, okay zu sein: „It’s a beautiful feeling to release rage and anger, but I was told from a very young age to not be angry. As I’m getting older, I’m realizing it’s a very powerful tool. Just understanding that I am all of these feelings.

Aka Kelzz Instagram

4. Oyèmi Noize: Don’t Go
 

© Bild: Lemmy Fischer

„You are strong – so keep you head up high.“

Wenn ihr euch von Verlust oder inneren Kämpfen überwältigt fühl, wird Don’t Go eure heilende Begleitung durch den Schmerz. Der Track spricht von Schmerz, Trauer und mentaler Erschöpfung, aber auch von Hoffnung und Durchhaltevermögen. Er erinnert euch daran, dass Heilung Zeit braucht und dass ihr in eurer queeren Identität und euren Erfahrungen Kraft finden könnt, weiterzugehen.

Oyèmi Noize hat nach Jahren in Punk- und Indie-Bands ihre eigene künstlerische Stimme gefunden. Ihre Arbeit verbindet queere afro-diasporische Perspektiven mit Themen wie psychischer Gesundheit, Community und Empowerment: „The world is a scary place but we are not alone in this and as long as we stick together, stand up against injustice and raise our voices, fighting the good fight, nothing is lost!” (Oyèmi auf Spotify)

Oyèmi Noize Instagram

5. Fee Aviv: Ladybitch
 

© Bild: Alex Worreschk

"They say no risk no fun. Can’t wait to start over, ‚cause I’m not done. I’m walking the tunnel all dressed in black. Complain all you want nothing holds me back. Shut the fuck up!"

Für Ladybitch gehören Angst und Begehren zum Leben dazu. Gerade als Queers zu wachsen und für unsere mentale Gesundheit zu sorgen, heißt das, diese Gefühle zu akzeptieren und sich selbst Raum zu geben und einer Welt, die uns negiert, zuzuschreien: Shut the fuck up!

Die in Berlin geborene Multiinstrumentalistin und Theatermusikerin Fee Aviv begann 2019 ihre ersten Songs zu veröffentlichen. Ihre Musik lässt sich in der Berliner Indie Szene verorten und bewegen sich zwischen Pop und Dark-Synths, mit Texten über Ängste, queeres Begehren und das Erwachsenwerden.

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