Die dunklen Monate stehen vor der Tür – Zeit, gemütlich zu Hause zu bleiben und sich auf der Couch niederzulassen, unter einer Kuscheldecke zu verkrümeln und Bücher zu lesen. Julian Beyer empfiehlt euch 5 Bücher zum Thema mentale Gesundheit.
Murthy, ehemaliger Surgeon General unter Obama und Biden, erkennt auf seinen USA-Reisen eine Art stiller Epidemie: Einsamkeit. Er zeigt, wie Trennung, Gesundheit, Verhalten und Krisenerleben prägt – besonders sichtbar während der Pandemie, in der Distanz statt Nähe gefordert war. Einsamkeit versteht er als gesellschaftliches, nicht individuelles Problem. Together plädiert für echte Verbundenheit durch Gespräche, Rituale und bewusste Beziehungen und lädt ein, Nähe und Gemeinschaft neu zu denken.
Downs, selbst schwuler Psychologe, beschreibt, wie früh queere Männer Scham und das Gefühl, „nicht genug“ zu sein, internalisieren – oft noch bevor sie ihre Identität benennen können. Als Erwachsene kompensieren viele durch perfektes Aussehen, beruflichen Erfolg oder Statussymbole. The Velvet Rage ist weniger Ratgeber als Einladung zur Selbstreflexion: Wo stehe ich, und wie kann ich authentischer leben?
Dieses Arbeitsbuch richtet sich an queere Menschen und begleitet sie einfühlsam bei Identitätsfragen, Scham, Diskriminierung und dem Gefühl, „anders“ zu sein. Es bietet keine schnellen Lösungen, sondern therapeutisch fundierte Übungen und Reflexionen im eigenen Tempo. Teil 1 schafft Grundlagen zu Identität und psychischer Gesundheit, Teil 2 behandelt Themen wie Angst, Selbstwert, Trauma, Essstörungen, Selbstverletzung, Suizidgedanken, Substanzkonsum, Schlafprobleme und Depression – stets mit Fokus auf Stabilität, Sicherheit und Verbundenheit.
Gay reflektiert in diesem eindringlichen Memoir ihr Verhältnis zu ihrem Körper und zeigt, wie eng Trauma, Scham und Selbstbild verbunden sind. Offen beschreibt sie, wie ein Erlebnis in ihrer Jugend ihr Leben, Essen, Nähe und Identität geprägt hat. Weniger als Body-Positivity-Ratgeber zu verstehen, bietet das Buch einen ehrlichen Blick auf das Leben im eigenen Körper – besonders als queere Woman of Color. Es ist keine Anleitung zum Heilen, sondern eine berührende Auseinandersetzung mit Schmerz, Überleben und Fürsorge.
In diesem Roman erzählt Portero die Geschichte einer jungen trans*Frau, die sich in einer Welt behaupten muss, die ihr oft mit Härte und Unverständnis begegnet. Feinfühlig schreibt Portero über Identität, Körper, Herkunft und die Suche nach einem Platz, an dem man ohne Angst existieren kann. Die Protagonistin ringt mit Scham, Erschöpfung, Selbstzweifeln und der eigenen Identität – erlaubt sich aber auch Momente von Zärtlichkeit, Selbstbehauptung, Hoffnung und Verbindung. Der Roman ist atmosphärisch, poetisch und zugleich schonungslos ehrlich. Er eröffnet einen tiefen Blick in das Innenleben einer Frau, ohne sie jemals auf ihre Kämpfe zu reduzieren, stets mit Verständnis und Liebe zu begegnen.
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